Lichtanlage MG-A und MG-B - Upgrade

Fahren mit Licht, auch tagsüberMontag, 01. Dezember 2014

Lichtanlage MG-A und MG-B - Upgrade

ein Beitrag von Hartmut Henne

Sehen und gesehen werden ist ein deutlicher Sicherheitsgewinn im Strassenverkehr. Untersuchungen zufolge entstehen mehr als die Hälfte aller Unfälle und Kollisionen an Kreuzungen, weil die jeweiligen Beteiligten einander übersehen - und das am Tage. Insbesondere bei wechselnden Lichtverhältnissen, beispielsweise bei der Durchfahrt von Alleen, in Waldstrassen oder bei der Dämmerung ist auch für Oldtimer das Fahren mit Licht anzuraten. Mittlerweile ist es so, dass die Mehrzahl der Verkehrsteilnehmer bereits mit Licht fährt, der Rest sind Aussenseiter.

Oldtimerfahrer kommen in einen gewissen Zugzwang, denn wenn sie ohne Licht fahren setzen sie sich einem erhöhten Sicherheitsrisiko aus, andererseits ist die elektrische Licht-Anlage in die Jahre gekommen und der Dauerbelastung eines eingeschalteten Stand- und Abblendlichtes selten gewachsen (mit einem Klick zum Artikel "Fahren mit Licht, auch tagsüber").

Ein Upgrade der Lichtanlage hat zwei Ziele:

  1. Absichern der Leitungen vor zu hohen Strömen (z.B. Kurzschluss)
  2. und Entlastung der Kontakte des Lichtschalters, des Lichtwahlschalters und des Lichthupenschalters.
  3. Ein angenehmer Nebeneffekt ist das deutlich hellere Licht, bedingt durch kurze Wege und weniger Übergangswiderstände der Stromführung.

In der Minimalversion werden vier zusätzliche Sicherungen und zwei Relais benötigt. Der Schaltplan dazu sieht so aus:

Vers1

Funktionsbeschreibung:
Wird der Lichtschalter am Armaturenbrett in der ersten Raste betätigt, wird das Standlicht über die vorhandenen Sicherungen und das Licht für die Instrumentenbeleuchtung über eine Zusatzsicherung eingeschaltet. Die nächste Stufe am Lichtschalter schaltet das Abblendlicht bzw. das Fernlicht ein, in Abhängigkeit des Abblendl./Fernlicht-Wahl-Schalters. Je nach Stellung zieht das Relais1 oder Relais2 an und gibt über Kontakt1 bzw. Kontakt2 und die jeweilige Sicherung Plus (bei Fahrzeugen mit Plus an Masse ist das natürlich Minus) an die Lampen.
Die Lichthupe funktioniert unabhängig davon, der Lichthupenschalter erhält über eine bereits vorhandene Sicherung Plus und schaltet das Relais1.


Verwendete Bauteile:

  • Zwei KFZ-Relais, im Zubehörhandel erhältlich
  • Vier KFZ-Sicherungen, 2x 5Amp und 2x 15Amp, im Zubehörhandel erhältlich.
  • KFZ-Leitungen und Montagematerial

 

In der von mir bevorzugten Version wird jede Lampe mit einer eigenen Sicherung versehen, um einen totalen Ausfall z.B. Des Abblendlichtes zu vermeiden, falls ein Glühfaden altersbedingt seinen Geist aufgibt und einen Kurzschluss verursacht. Auch das Standlicht ist auf diese Weise abgesichert, die linke und rechte Seite erhält jeweils eine Sicherung. Das Schaltbild sieht dann so aus:

Ver2

Verwendete Bauteile wie weiter oben, zwei Sicherungen von je 15 Amp kommen hinzu.

Fahrzeug bedingte Änderungen des Schaltplans:
Abgebildet ist die Schaltung für einen MG-B, bei einem MG-A sieht es ähnlich aus, lediglich die Lichthupe fehlt. Auch ist bei einem MG-A und einem MG-B bis zum Baujahr 67 das Standlicht nicht abgesichert, die Sicherung für die Instrumentenbeleuchtung kann diese Aufgabe übernehmen.

Die praktische Seite:
Bleibt die Frage der Einbaus. Nach meinem Geschmack soll möglichst wenig von den Relais und den zusätzlichen Sicherungen zu sehen sein. Immerhin sind zwei Relais und vier / sechs Sicherungen unterzubringen. Für meinen MG-B habe ich nach dem Schaltplan der Version 2 zwei kleine Kästchen gebaut, die jeweils ein Relais und zwei Sicherungen enthalten und “unsichtbar” hinter dem Frontgrill in der Nähe der Hupe an den vorhandenen Kabelbaum angeschlossen werden, eine Veränderung des Kabelbaum ist nicht erforderlich, lediglich ein Zusatzkabel mit Dauerplus ist zu verlegen. Und so sieht das aus:

 

Kasten

Zu sehen ist nur ein Kästchen mit zwei Glassicherungen, wie sie auch im Sicherungskasten des MG zum Einsatz kommen. Die Sicherungen von je 15 Amp sichern das Abblendlicht bzw. Fernlicht, getrennt nach linker und rechter Seite. Der Zugriff auf die Sicherungen erfolgt vom Kühler aus. Die Inlinesicherungen (zu sehen ist nur eine) enthalten ebenfalls Glassicherungen und werden in der Nähe des Lichtschalters unterhalb des Armaturenbretts verbaut.

Mit diesem Upgrade der Lichtanlage sollte ein dauerhaftes Fahren mit Licht problemlos möglich sein. Auch einer Umrüstung auf H4-Lampen steht nichts im Wege.

PS:
Die Erweiterung für das Tagfahrlicht baut auf dieser Schaltung auf und wird in einem zusätzlichen Beitrag beschrieben.