MG Als Lobet 2015

 

 

Mit dem MG-B und dem Eriba-Touring zum MG-Meeting nach Als

 


Wir waren eingeladen vom MGCC Dänisch-Center-West zum MG Als-Lobet vom 14. bis zum 16. August 2015. Schon mehrmals sind wir der Einladung unserer dänischen Freunde gefolgt und waren jedes mal beeindruckt vom Einsatz aller Beteiligten, um den mehr als 200 Personen, resultierend aus ca. 100 Fahrzeugen, ein unvergessliches MG-Wochenende zu bereiten. Das diesjährige Thema des MG Als-Lobet lautet: "Auf den blutigen Spuren der Schlacht von 1864".

 

  

 

1864?? Was war da gleich?

Der Deutsch-Dänische Krieg vom 1. Februar bis zum 30. Oktober 1864 war ein militärischer Konflikt, den Dänemark mit Preußen und Österreich um Schleswig-Holstein austrug, insbesondere um die nationale Zugehörigkeit des Herzogtums Schleswig.
Auslöser war eine vom dänischen König Christian IX. erwirkte Novemberverfassung, um den Gesamtstaat vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Diese Verfassung sollte – die Bestimmungen des Londoner Protokolls missachtend – für Dänemark und Schleswig gelten; sie bezog rechtswidrig Schleswig in den dänischen Gesamtstaat ein. Daraufhin wurde vom Deutschen Bund am 1. Oktober 1863 eine Bundesexekution beschlossen, die gegen die Herzogtümer Holstein und Lauenburg als Mitglieder des Deutschen Bundes gerichtet war, die Bundesexekution gegen Holstein und Lauenburg von 1863. Die Landkarte im Norden sah damals anders aus als heute, Schleswig-Holstein war geteilt und unter dänischer Verwaltung.

Zum Kriegseinsatz kamen 81.000 Soldaten mit ca. 220 Kanonen auf der Seite von Preußen / Österreich und 38.000 Soldaten mit ca. 100 Kanonen auf der dänischen Seite. Bei dieser Übermacht war ein Sieg der Preußen / Österreicher keine Überraschung. Als Folge mussten die Dänen die Gebiete von Schleswig und Holstein an Preußen abtreten. Mehr als 7.000 Soldaten waren als Todesopfer zu beklagen.

 

 

Aber zurück zum MG-Als-Loebt, und zwar der Reihe nach.


Die ersten Teilnehmer trafen am Freitag-Nachmittag auf dem Campingplatz Troldhoj, direkt am Kleinen Belt gelegen, ein und bauten ihre Zelte auf. Einige kamen mit einem kleinen Wohnwagen, wie z.B. ein Faltkaravan der Marke Scholz-Brüderle, Camp-Let und unser Eriba-Touring.

Gegen Abend wurden drei große Holzkohlegrills aufgebaut und ordentlich eingeheizt.

Jeder konnte sein mitgebrachtes Grillgut grillen, der Salat wurde gestellt, Bier gab es vom Fass. Die drei Grills waren überdacht, ein großes Zelt stand für die Teilnehmer zur Verfügung, so merkten wir nicht, dass ein leichter Regen einsetzte. Hinzu kam ein Gewitter, begleitet von Starkregen. Normalerweise zieht ein Gewitter vorbei, hier war es anders, es kam immer wieder zurück. So ging das die ganze Nacht und die Befürchtung wuchs, die Tour am Samstag im Regen abzufahren. Im Eriba Touring war es trocken, nur Blitz und Donner störten die Nachtruhe.

 

Zum frühen Morgen hin hörte der Regen überraschenderweise auf, wie das die Dänen hinbekommen haben bleibt mir ein Rätsel.


 

Passend zum diesjährigen Thema der "Schlacht von 1864", wurden wir sehr früh durch eine abgefeuerte Kanone und auf den Campingplatz stürmende dänische Soldaten in original alten Uniformen mit schussbereiten und nacheinander abgefeuerten Vorderladern, sowie einen Trompeter, der zum Angriff blies, geweckt. Pulverdampf lag in der Luft. Wer noch im Schlafsack steckte und schlummerte war augenblicklich hellwach.

 

Jetzt schnell Morgentoilette, frühstücken und zum Ausgangspunkt in Sonderburg fahren. Nach einer kurzen Ansprache von Gert Jörgensen und einem abgefeuerten Schuss aus der Kanone starteten wir im 1/2 Minutentakt abwechselnd zur Tour A und Tour B.

Zum Wetter: Der Himmel war bedeckt, es versprach trocken zu bleiben, wir fuhren offen.

 

 


Das Roadbook war aufwändig erstellt und umfasste mehrere Seiten, so groß konnte Als doch gar nicht sein. Die Route führte uns auf Nebenstrecken quer über die Insel, durch Sonderburg und nach Broager zu den Gedenkstätten der Schlacht von 1864.

Auf jedes MG-Team warteten acht Stationen, bei denen das Team seine Geschicklichkeit beweisen konnte. Da waren z.B. Kanonen mit einer exakten Vorgabe von Schießpulver zu füllen oder Verletzte über ein Minenfeld zu transportieren. Nur dumm, dass die Person vorne an der Trage nichts sehen konnte, weil ein dichter Schal vor den Augen verbunden wurde.

 


Entsprechend wurden Punkte vergeben, die zur Qualifizierung und herausfinden des Tagessiegers herangezogen wurden. Allen Beteiligten hat selbst das Zusehen viel Spaß gemacht.
Am Nachmittag kamen wir zu unserem Lager in Troldhoj zurück, gerade rechtzeitig um sich am verlockenden Kuchenbuffet zu stärken. Jetzt noch etwas frisch machen, zuschauen wie die restlichen Teilnehmer ins Lager zurückfinden und den ein oder anderen Plausch mit alten aber selten gesehenen Freunden halten und schon war es Zeit einen Platz im großen Zelt zu suchen und auf das Abendessen zu warten. Die ersten Fotos des Tages waren auf der Leinwand zu sehen. Dazu gab es Bier vom Fass und Wein aus der Flasche.

 

Obligatorisch fand nach dem Abendessen die Siegerehrung statt, begonnen wurde mit der Auszeichnung der jüngsten Teilnehmer (bis zu 10 Jahre), die alle einen Preis gewonnen haben. Wir fanden uns im Ranking erwartungsgemäß im Mittelfeld wieder.
Am Sonntag wieder das Wecken mit der Kanone, der Krieg kennt eben keine Feiertage. Wir konnten es etwas entspannter angehen lassen und nach dem Frühstück noch einen Plausch mit den Kollegen aus Tecklenburg halten, um anschließend den Heimweg anzutreten. Die überwiegende Anzahl der Teilnehmer fuhr zum zweiten Teil der Veranstaltung, zum Gymkhana und Drivingtest nach Sonderburg.

 

 


Uns hat es gut gefallen, alte Freunde treffen, nett beieinander sitzen, mit dem MG durch die zauberhafte Landschaft von Als fahren, die eigene Geschicklichkeit unt­er Beweis stellen und natürlich lecker speisen. Ein MG-Höhepunkt in 2015.


Wenn es in zwei Jahren wieder stattfindet, dann sind wir wieder dabei.

Andrea und Hartmut Henne
Quelle zum Thema "1864" siehe wikipedia