2017-28-Sonntag

MGDC Frühjahrstreffen

Gegen 6:30 Uhr wache ich auf, es regnet, erst ganz wenig, dann ein Donnergrollen, gleich darauf ein ausgiebiger Regenguss. Gut für die Landwirtschaft, schlecht für uns, denn heute steht eine Ausfahrt zu einem Schulmuseum an. Da freue ich mich drauf. Nicht das mir Schulunterricht generell gefällt, aber den Unterricht in einem 100 Jahre alten Klassenzimmer erleben, das ist etwas Besonderes.

Wir treffen uns erst um 10:00 Uhr, gegen 9:00 Uhr hört der Regen auf, wir fahren entspannt im rollierenden System auf Nebenstrecken zu unserem Schulmuseum, wo wir pünktlich kurz vor 11:00 Uhr einlaufen.

Aufgeteilt in zwei Klassen und getrennt nach Mädchen und Jungens heißt es im Flur antreten in Zweierreihen und den Lehrer lautstark begrüßen mit den Worten "Guten Morgen Herr Lehrer", denn Disziplin und Ordnung stehen ganz oben auf der Tagesordnung äh.. Schulstunde. Jede Unterrichtsstunde beginnt mit dem Vorlesen eines Bibelspruchs und einem frohen Lied auf den Lippen. Wir singen "Im Frühtau zu Berge", nicht schön aber laut.

Dann dürfen wir uns auf Holzbänke setzen und lauschen hochkonzentriert dem, was der Lehrer sagt. Und wehe nicht. Für die Jungens hat er einen dicken Rohrstock, für die Mädchen einen etwas dünneren. Auf Fragen vom Lehrer darf nur in kompletten Sätzen geantwortet werden, was einige male geübt werden muss. An der Wand hängen Bilder vom Kaiser und vom Großherzog von Oldenburg, denn wir schreiben das Jahr 1910. Auch Martin Luther erblicken wir und natürlich eine Landkarte des Oldenburger Landes. Dann heißt es Schreiben üben, in Sütterlin natürlich, denn unsere heutige lateinische Schrift wurde erst Jahrzehnte später eingeführt. Wir geben uns Mühe, einige mit Tinte und Federkiel, andere mit dem Griffel auf der Schiefertafel. Ich habe ein Erfolgserlebnis, denn der Lehrer konnte meine Schreibversuche tatsächlich entziffern.

Kommen wir zum Rechnen. Unsere Schulklasse ist modern eingerichtet und hat eine Rechenmaschine, einen Abakus, wie er seit Jahrhunderten im fernen Osten gebräuchlich ist. Das funktioniert so, dass auf einer waagerechten Stange Kugeln angeordnet sind, die seitlich verschoben werden können. Die obere Reihe zeigt die Einer und die darunter befindliche Reihe mit Kugeln jeweils um den Faktor 10 höher. Also wenn in der oberen Reihe 3 Kugeln nach links verschoben sind und in der darunter befindlichen Reihe 2 Kugeln, dann wird die Zahl 23 dargestellt. Erst zeigt uns der Lehrer wie addiert wird, dann wie multipliziert wird, wir staunen, was alles damit möglich ist.

Dann lernen wir noch etwas. Für besonders schlaue Personen wird häufig der Spruch verwendet "Der hat was auf dem Kasten". Woher kommt der Spruch? Bevor damals die Schulkinder einen Schultornister aus Leder erhielten, wurde ein Holzkasten, der Schulkasten, verwendet. Vom Papa gebaut und von der Mama liebevoll verziert wurden darin die Schulbücher und das Schreibzeug transportiert. Und außen wurde auf dem Holz vom Lehrer in weißer Farbe die Benotung in den einzelnen Fächern notiert. Bei guter Benotung konnte jeder sehen "Der/Die hat was auf dem Kasten".

Nach Unterrichtsschluss nahmen wir an der Schulspeisung teil, einem erstklassigen Buffet, das im schuleigenen Café serviert wurde.

Mittlerweile haben wir es 14:00 Uhr und die Heimreise steht an, die nach einer ausführlichen Verabschiedung angetreten wird. Wir wollen uns nicht in den zu erwartenden Heimreiseverkehr einreihen und fahren erst am Montag. Wir wählen die Nebenstrecke, fahren durch den Wesertunnel, nehmen die Elbefähre bei Wischhafen und kommen am frühen Nachmittag wohlbehalten zu Hause an.

2017-27-Samstag

MGDC Frühjahrstreffen

Am Samstag haben wir es eilig, spätestens um 8:30 Uhr sollen wir am Treffpunkt sein, denn wir müssen eine Fähre erreichen, die uns über die Ems bringt, sonst kommt der Zeitplan für den Samstag durcheinander.

Gegen 8:00 Uhr sind wir abmarschbereit, haben nur 4km zu fahren, der Tank ist ausreichend gefüllt und der MG springt, trotz der kühlen Nacht, auf den ersten Startversuch an. Gleichmäßig dreht der Motor mit erhöhtem Leerlauf, die Scheiben sind innen und außen noch beschlagen, ich stelle den Heizungslüfter an, wir fahren los.

Gegen 8:10 Uhr biegen wir rechts ab auf den Hotelparkplatz und mitten in der Einfahrt geht der Motor aus, wir bleiben stehen, nichts geht mehr. Mehrere Startversuche bleiben erfolglos.

Umringt von den MGDC-Kollegen, die auf mich aufmerksam geworden sind und in meinem Liegenbleiben eine willkommene Abwechslung sehen, kommen gleich hilfreiche Fragen wie "hast Du Kangaru-Sprit getankt?" oder etwa "will er nicht mehr?"

Mit vereinten Kräften wird der MG von der Auffahrt in eine Parklücke geschoben, die Motorhaube wird geöffnet. Ulli zeigt gleich auf den leer gelaufenen Benzinfilter, aha, höchst verdächtig ist die Benzinpumpe, die offensichtlich ihren Dienst eingestellt hat. Nur gut, dass ich eine nagelneue Benzinpumpe als Ersatz dabei habe. Da die Ersatzpumpe ganz neu ist, hat sie noch keine Kabelschuhe. Von Ulli bekomme ich eine kleine Dose mit Kabelschuhen und der passenden Klemmzange.

Mittlerweile ist es 8:30 Uhr und Thorsten ruft zur Abfahrt auf, wie gesagt, die Fähre wartet nicht, er gibt mir die Anfahrtbeschreibung für den Fall, dass ich nachkommen will. Zurückgeblieben auf dem Hotelparkplatz mache ich mich daran die Benzinpumpe, die ja bekanntlich rechts hinten, in der Höhe der Batterie verbaut ist, in Augenschein zu nehmen. Ich denke an den PannenWorkshop, der vor vier Wochen in Pinneberg stattfand; dies wäre dann Praxis-Teil-2. Das rechte Hinterrad muss ab, also Wagenheber und Schlüssel zum Lösen der Achtkanntmutter mit Hebel aus dem Kofferraum geholt und frisch ans Werk.

Das ist der erste Einsatz für meinen Scherenwagenheber, der direkt unter die Blattfeder positioniert wird. Nur das eine Rad kommt frei, der Hubweg ist deutlich geringer als beim Einsatz eines herkömmlichen Wagenhebers. Das klappt prima, die Feuerprobe hat er bestanden.

Die Benzinpumpe ist schlecht zugängig und bevor ich sie ausbaue prüfe ich auf der Zuleitung bei "Zündung an" ob Power anliegt. Mit der Prüflampe aus meinem Reparaturset stelle ich fest, daß nichts ankommt. Gibt es einen Kabelbruch zwischen dem Zündschloss und der Benzinpumpe? Und was liegt am Zündstromkreis am Sicherungskasten an? Auch hier nichts. Wie geht das denn?

Nun denke ich, dass es am Pannenstress liegt, denn erst jetzt fällt mir ein, dass ich den Zündstromkreis mit einer separaten Sicherung versehen habe. Ein Griff, ein Blick siehe da, sie ist durchgebrannt.

Der gesamte Zündstromkreis, also Benzinpumpe, Zündung, Blinker und Bremslicht sind ohne Strom, kein Wunder, dass der MG nicht mehr starten will.

Aber was ist die Ursache, ein Kurzschluss in einem der genannten Aggregate, vielleicht die Benzinpumpe? Den Lüfter schalte ich aus, auf den Rest kann ich nicht verzichten. Ein paar Ersatzsicherungen habe ich, eine Sicherung kann ich riskieren. Ich setze sie ein, schalte Zündung ein und nix passiert, die Sicherung bleibt heil. Die Benzinpumpe höre ich nicht was zwei Ursachen haben kann, entweder ist genügend Druck auf der Benzinleitung oder sie ist kaputt. Die Benzinleitung an einem Vergaser löse ich und verschließe sie mit einem Schraubenzieher, denn der Motor ist noch heiß und einen Brand will ich nicht riskieren. Als nächstes Zündung einschalten und vorsichtig den Schraubenzieher aus dem Benzinschlauch lösen, Benzin spritzt heraus, nur eine kleine Menge, prima, die Benzinpumpe ist in Ordnung. Zündung aus, den Benzinschlauch wieder dort angebracht wo er hingehört und das Hinterrad wieder montiert.

Jetzt kommt der Härtetest, startet der Motor? Ja, auf den ersten Startversuch. Schnell alles einpacken und den Kollegen hinterherfahren. Etwa eine halbe Stunde habe ich gebraucht.

Auf der Fahrt zur Fähre frage ich mich warum die Sicherung durchgebrannt ist, bis mir einfällt, dass ich das Gebläse hinzu geschaltet habe. Hat das Gebläse blockiert und so den Stromfluss erhöht, dass die Sicherung angesprochen hat? Wenn ja, dann wurde dadurch ein Kabelbrand verhindert, ich werde es zu Hause überprüfen.

Im Nachhinein:

Den Ausbau des Hinterrades hätte ich mir sparen können, hätte ich von vorn nach hinten gemessen, also erst den Zündstromkreis am Sicherungskasten und dann, bei Bedarf, den hinteren Anschluss an der Benzinpumpe. Aber so ist das, wenn man im "Pannenstress" ist.

Übrigens, nur etwa 5 Minuten nach den MG-Kollegen bin ich am Fähranleger angekommen, ich habe den direkten Weg gewählt.

Wir haben bis zur Abfahrt der Fähre noch etwas Zeit und ich kann meine fotografische Sammlung von Rettungsringen um ein Exemplar, das am Ufer des Siels beim Fähranleger angebracht ist, erweitern. Die Überfahrt von Petkum nach Ditzum ist kurz und wir wundern uns, was alles auf die Fähre passt. Wir hatten schon Bedenken, dass bei dem großen Andrang am Fähranleger nicht alle mitkommen.

In Ditzum angekommen schauen wir uns zuerst den Hafen an. Es ist ein Sielhafen, wie er an der Küste üblich ist. Die Fischerboote sehen so aus, dass sie auch tatsächlich zum Fischfang benutzt werden und nicht für Ausflugsfahrten. Bestimmt gibt es frischen Fisch hier im Ort. Weiter sehen wir eine kleine Werft und zahlreiche Sportboote.

Wir haben Zeit bis zur nächsten Fähre, die jetzt Mittagspause macht, und gehen in den Ort, immer Schatten suchend, denn die Sonne meint es zu gut mit uns. Viele Straßen gibt es nicht, aber hübsche kleine Häuser, Cafés und Restaurants. Die Kirche hat geschlossen und die Mühle macht erst gegen 14:00 Uhr auf. Erst auf den zweiten Blick entdecken wir schmale Fußwege, die sich zwischen den Häusern hindurch schlängeln und einen Blick in die hübschen Gärten erlauben.

Es ist Mittagszeit und der Durst und der kleine Hunger melden sich. Uns hat es ein Gartenlokal angetan, wo wir im Schatten sitzen und zu Mittag essen. Die Fischportionen sind groß, bei der Hitze zu groß für uns, wir entscheiden uns für einen Salat.

 

Gegen 14:00 Uhr machen wir uns auf zur Mühle. Die hiesigen Landfrauen veranstalten dort einen Basar. Wir sind gespannt. Ich stelle mir Tortenstücke vor, so groß wie ein LKW-Bremskeil, mit dick Sahne drauf, dazu ein Becher Kaffee. Steile Stufen führen auf die umlaufende Gallerie der Mühle, von wo wir einen schönen Rundumblick haben. Leider wird das mit der Torte nichts, denn es werden nur Andenken angeboten. Schade. Aber da war doch das Lokal mit der Tafel davor und dem Hinweis auf selbstgebackenen Kuchen. Ich bestelle einen Apfelkuchen, aber bitte mit Sahne. Viele Apfelbäume wird es hier nicht geben, denn die Apfelstückchen muss ich im Kuchen suchen. Ist ja kein Wunder, ist ja ein Fischerdorf.

 

 

Langsam wird es Zeit für die Rückkehr. Rechtzeitig treffen wir uns am Fähranleger, die Fahrt über die Ems dauert nur wenige Minuten. Unsere MG´s warten schon auf uns. Die Route für die Heimfahrt zum Hotel hat Thorsten so gelegt, dass wir über die schmalste für Autos zugelassene Brücke in Deutschland fahren. Und tatsächlich, die Gitterrohrbrücke hat nur eine schmale Spur, gerade breit genug für unsere MG´s. Auf der Heimfahrt kommen wir an zahlreichen blühenden Rhododendrenbüschen vorbei. Dazu das helle Maigrün der Bäume, sehr schön anzusehen. Gegen 18:45 Uhr kommen wir an und genehmigen uns erst einmal ein kühles Bier.

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2017-25-Donnerstag

MGDC Frühjahrstreffen

Wir, Andrea und ich, wollen rechtzeitig in Rastede sein und schauen schon früh auf den Staumelder, in der Hoffnung, dass es am heutigen Feiertag auf den Autobahnen nicht zu schlimm aussieht. Um 9:20 Uhr starten wir, gehen auf die A23, dann A7, auf die A1 und biegen auf die A28 ab. Alles läuft wunderbar. Mit rund 80 kmh und 2.500 rpm im 5. Gang rollen wir dahin, vorneweg der MGB, dicht dahinter der Eriba Touring. Aber kurz vor der Rasteder-Abfahrt kommen wir doch noch in einen Stau, eine Verengung auf eine Spur, denn hier wird eine Raststätte neu gebaut. Und dann fahren wir eine Abfahrt zu früh raus, 6km vor Rastede. Macht nichts, wir kommen so in den Genuss der schönen Nebenstrecke.

Am Camping-Platz in Hahn kommen wir gegen 11:00 Uhr an und erleben ein reges Treiben. In Rastede findet der alljährliche Mittelaltermarkt statt und es werden noch zahlreiche Campinggäste erwartet. Vor 14 Tagen waren wir schon ein mal hier, haben uns die Vintage Race Days in Rastede angesehen. Unser damaliger Platz ist schon belegt, wir sind nicht traurig, denn wir erhalten einen ruhigen Platz weiter hinten auf dem Gelände. Ruck-zuck steht der Eriba und wir können uns dem Mittagessen widmen.

Ich habe Lust auf Spagetti mit Pesto Calabrese. Kurzerhand wird Tisch und Stuhl draußen aufgestellt, der Gaskocher startklar gemacht und schon warten wir auf das kochende Wasser. Die Spagetti habe ich kurzerhand geteilt, so passen sie besser in den Topf.

Gegen 14:45 fahre ich allein zum MG-Treffpunkt, das Schlosshotel in Rastede, Andrea möchte sich etwas hinlegen. Ich komme gerade rechtzeitig, übernehme die Fahrerunterlagen, unterbrochen von einem Hallo hier und dort, denn einige kenne ich von früheren Ausfahrten her, wie z.B. Else und Hartmut, Kerstin und Hans, Gisela und Ulli und Magret und Michael aus Hamburg und andere bekannte Gesichter.

Schon steht der gemeinsame Abmarsch, zu Fuß natürlich, zum hiesigen Bauernmuseum an. Zu sehen gibt es zahlreiche Exponate von Haushalts- und Landwirtschaftsgerätschaften aus einer vergangenen Zeit. Alles in stabiler und schwerer Ausführung, denn die Gerätschaften sollten lange halten, das heute übliche wegwerfen und neu-kaufen war unbekannt. Zu bedenken ist das damals, vor 100 Jahren, ja selbst noch in den Jahren nach dem Krieg, also in den 50er - 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, die Bauern Selbstversorger waren. Sie brauchten kaum etwas zukaufen und konnten fast alles selber herstellen. Ob es das Kämmen der Wolle war oder das Rösten von Kaffee (es wurde nur Korn verwendet, daraus wurde also Muckefuck). Jede andere Tätigkeit in der Küche oder auf dem Hof wurde ohne Strom, oft per Handkurbel oder aber per Pferdekraft betrieben. Und deutlich wird, wie abhängig wir heute sind, sollte einmal der Strom ausfallen.

Um ca. 17:00 Uhr gehen wir zum Schlosshotel zurück, die Kollegen haben Hunger und bereiten sich auf das Abendbrot vor, dass es im Hotel aber erst gegen 19:00 gibt. Ich mache mich auf den Heimweg, vorher tanke ich noch voll, für 1,38 Superbenzin (hier sind die Benzinpreise ca. 8-10 ct. teurer als in Hamburg). Bei uns gibt es zum Abendbrot Knäckebrot mit Käse, morgen kaufen wir frisches Brot.

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2017-26-Freitag

MGDC Frühjahrstreffen

Heute fahren wir an die Nordseeküste, es ist bedeckt, nicht zu warm und Hochnebel haben wir auch.

Die geplante Abfahrt ist 9:30 Uhr, wir kommen um 9:10 Uhr zum Treffpunkt und erwischen noch das vorletzte Fahrzeug, das gerade abfahren will, wir reihen uns ein und ab geht die Post. Bei Gelegenheit muss ich mal meine Uhr überprüfen, oder sollten die Uhren jenseits der Weser tatsächlich anders gehen?

Im rollierenden System fahren wir auf Nebenstrecken gen Westen, unser Ziel ist Carolinensiel bzw. Harlesiel. Ohne Probleme passieren wir die Grenze zu Ostfriesland, dank der EU. Buten-Dieks haben wir einen Parkplatz reserviert, einen Parkschein bekommen wir von Arnd.



Wir haben Zeit für einen Strandspaziergang, es ist nebelig und Wangerooge bzw. Spiekeroog können wir nur undeutlich sehen. Direkt am Strand und am Hafen befindet sich ein riesiger Campingplatz. Wohnmobil steht neben Wohnmobil, das soll Camping sein?

Es wird Zeit für den Mittagsbrunch, der für uns im "Wattkieker", ein Lokal auf dem Deich mit Blick auf die Nordsee, angerichtet wird. Schnell bildet sich am Buffet eine Schlange, es sieht richtig lecker aus. Wer Fisch mag, kommt voll auf seine Kosten, aber auch andere Geschmäcker werden bedient. Kaum sind die Tabletts leer, wird nachgelegt und zur Überraschung aller werden etwas später, als der Hunger eigentlich schon gestillt ist, Kibbelinge (kleine Stückchen Seelachs im Teig gebraten) serviert. Nicht nur ich fühle mich verpflichtet, kräftig zuzulangen.


Gemessenen Schrittes, ein voller Magen wandert nicht gern, bewegen wir uns zur Raddampfer-Anlegestelle, denn die wichtigste Aufgabe des Tages steht uns noch bevor, das Ostfriesen-Abitur. Die Schaufeln des Raddampfers schaufeln das Wasser achteraus und nach ein paar Minuten erreichen wir die Anlegestelle, an der wir das Schiff verlassen müssen.

Wir werden schon erwartet um aufgeteilt in vier Gruppen die anstehenden Aufgaben, wie Zielboßeln, Besenwerfen und zwei Eimer ohne Wasser über einen Steg zu balancieren abzuarbeiten. Unter fachkundiger Anleitung erlernen wir der Kuh Elsa Milch aus dem Euter zu entlocken, ohne ihr größere Schmerzen zu bereiten, was den meisten auch gelingt. Allen macht es viel Spaß.  Auch schriftliche Fragen mussten wir zur Ostfrieslandkunde beantworten. Und dann wurde Tee serviert. Natürlich Ostfriesentee, mit Kluntje und Sahne. Auch wenn die ostfriesische Teezeremonie nicht ganz stilecht war, so hat der Tee doch lecker geschmeckt. Zum Glück haben alle bestanden, ansonsten hätten wir nachsitzen müssen.

Nach einem Fußmarsch zurück zu den Fahrzeugen, wir brauchen ungefähr genau so lange wie der Raddampfer für die Hinfahrt, fahren wir auf Nebenstrecken Heimwärts, wo wir zwischen 18:00 und 18:30 Uhr ankommen.

Zum Abendessen habe ich Lust auf Spirelli mit Wildschweinragout, Andrea möchte lieber das frische Dinkelbrot mit Käse probieren. Brot mit Käse geht schneller.

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